Da wir im Jahr 2012 zum ersten Mal im Kreis Heinsberg eine Interkulturelle Woche ausgerichtet haben, veranstalten wir sie in diesem Jahr zum 15. Mal. Und wir können sehen, dass sie sich in dieser Zeit stark entwickelt hat. War zunächst die Stadt Hückelhoven der Kernpunkt, so ist es inzwischen gelungen, die Veranstaltungen über den gesamten Kreis Heinsberg zu verteilen. Das hat auch mit dem stark angewachsenen vielfältigen Programm zu tun, das nur möglich ist aufgrund der zahlreichen Akteure und Organisationen, die wir in die Interkulturelle Woche einbinden konnten. Dies spiegelt sich in unserem Interkulturellen Arbeitskreis wider, der für die Organisation und Gestaltung zuständig ist. Von anfangs sechs Mitwirkenden können wir in diesem Jahr auf über 60 Teilnehmende blicken, die sich in ganz unterschiedlicher Form einbringen.
Diese Entwicklung führt nun auch dazu, dass wir in diesem Jahr über die Kernzeit hinaus eine zweite Woche zur Durchführung aller Veranstaltungen eröffnen. Wir starten also bereits am 19. September und beenden die Interkulturelle am Tag der Deutschen Einheit, der traditionell auch Tag der offenen Moschee ist.
Erneut steht die Interkulturelle Woche unter dem Motto DAFÜR! Dies ist sehr gut angenommen worden, um eine nach vorne gerichtete Perspektive zu eröffnen und nicht bei dem Anprangern von Missständen zu verharren. Um es also ganz deutlich zu sagen: Wir wollen eine offene, vorurteilsfreie Gesellschaft, in der kulturelle Vielfalt als Bereicherung wahrgenommen wird und in der angstfrei die eigene kulturelle, religiöse und sexuelle Identität gelebt wird. DAFÜR tritt die Interkulturelle Woche ein. Vor dem Hintergrund der zunehmenden diskriminierenden rassistischen und fremdenfeindlichen Ausgrenzungen von rechtsextremer Seite sehen wir in der Interkulturellen Woche ein entschiedenes Zeichen, dem entgegenzutreten. Damit sind wir in diesem Jahr in besonderer Weise aktuell und notwendig.
Wir starten in die Interkulturelle Woche am 19. September mit einem Interkulturellen Familienfest – Sport verbindet! in Übach-Palenberg, gefolgt vom Kinderfest auf der Millicher Halde in Hückelhoven, denn der 20.09. ist der Internationale Kindertag. Ein weiteres Fest findet in Ratheim am 26.09, unter dem Motto Ratheim FestVEREINt statt, in das zahlreiche Vereine eingebunden sind. Festcharakter hat auch das Café Pitchou im KAI des DRK in Hückelhoven am Dienstag, den 29.09. Hier sind alle zu einem bunten interkulturellen Nachmittag in afrikanischer Atmosphäre eingeladen.
Wir werden auch wieder themengebundene Veranstaltungen haben wie Lesungen am Donnerstag, den 24.09. (Geilenkirchen) und Freitag, den 25.09. (Wassenberg) unter dem Schwerpunkt Wie Zuversicht entsteht – auch unter schwierigen Zeiten. Am Montag, den 28.09. erinnern wir im Quartierszentrum Ratheim an Mutige Frauen, die für Frieden und Menschenrechte eingetreten sind, und zwar sowohl im internationalen Kontext als auch im lokalen Bereich mit der Fraueninitiative Sophia Jacoba. Von der heiteren Seite kommt das Kabarett mit Serhat Dogan Lachkräfte gesucht! am Dienstag, den 29.09. in Übach-Palenberg. Am 1.10. findet eine Veranstaltung des Eine-Welt-Ladens statt mit Texten und Musik zum Thema Was die Welt zusammenhält!. Am Freitag, den 02.10. wird quasi der Bogen zu Frauen und ihrer Lebensgeschichte geschlagen. Das Projekt Spurensuche aus dem Jahr 2010 untersuchte vor allem die Zuwanderung aus der Türkei, um Arbeitskräfte für die Zeche anzuwerben. Dabei lag der Focus vor allem auf der männlichen Migration. In diesem Folgeprojekt stehen Frauen mit ihrer Zuwanderungsgeschichte im Zentrum. Im geselligen Beisammensein sollen Lebens- und Erfahrungsgeschichten ausgetauscht werden: „Komm, wir erzählen uns unsere Geschichte!“
Mehrere Ausstellungen werden gezeigt, so am 27.09. im Rahmen einer Veranstaltung mit dem Titel Fiesta Latina und Bildern aus Ecuador. Eine Fotoausstellung gibt es auch am Montag, den 28.09. vor der Veranstaltung über Mutige Frauen; sie zeigt Geschichten von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – „Mein neues Zuhause“. Am Mittwoch, den 30.09. gibt es gleich zwei Ausstellungen, und zwar einmal im Quartierszentrum Friedrichplatz „Freiheit im Blick“ und bei einer Veranstaltung im Kreisgymnasium Heinsberg in Kooperation mit plan.international „Rollen, Rechte, Realität – Wie frei und gleich sind wir wirklich in unserer Gesellschaft?“ Zu diesem Thema gibt es abends eine Podiumsdiskussion, die aus einem Workshop mit Schülerinnen und Schülern hervorgegangen ist.
Zudem gibt es wieder zahlreiche Veranstaltungen im kleinen Rahmen bzw. als interne Veranstaltungen. So können wir in diesem Jahr mit dem Theaterstück Die Ritterprinzessin der Gruppe theaterspiel zu den Jüngsten in den Kindergarten gehen. Das antirassistische Fußballturnier wird am Donnerstag, den 01.10. von der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg ausgerichtet. Das Tafel-Depot in Hückelhoven-Baal lädt ebenfalls am 01.10. zur Besichtigung ein. Die Begegnung am Friedensbaum in Hückelhoven findet am Freitag, den 02.10. unter dem Titel Frauen und Neuanfang statt. Am Dienstag, den 29.09. gibt es einen Einblick in das Thema Die Kirche in den Medien. Gute Nachrichten? Zumindest sei auch hingewiesen auf besondere im Rahmen von Fortbildungsangeboten und einer Stadtführung in deutsch-arabischer Sprache durch Heinsberg.
Zum dritten Mal wird es wieder einen ökumenischen Gottesdienst auf der Zeche Sophia Jacoba geben, und zwar am Sonntag, den 27.09. Unter dem beziehungsreichen Titel Tiefer graben. Woher kommt unsere Hoffnung? lenkt dieser Ort den Blick auf die vielfältigen interkulturellen Begegnungen an traditionsreicher Stätte.
Mit all diesen Veranstaltungen laden wir ein zu Begegnungen, Austausch, gemeinsamem Essen und Trinken, einem lebendigen, bunten und frohen Miteinander, das allen Befürchtungen zum Trotz ein wirksames DENNOCH DAFÜR entgegensetzt.
Foto: v.l.n.r.
Landrat und Schirmherr Stephan Pusch
Andrea Kardis (Leiterin Sozialamt Stadt Hückelhoven)
Detlev Stab (Vorsitzender Förderverein Schacht 3)
Birgit Fluhr-Leithoff (Sprecherin Interkultureller Arbeitskreis)
Thorsten de Haas (1. Beigeordneter Stadt Hückelhoven)